Wir machen Apps!

23. Dezember 2011

connect Mobile, Sonderheft Windows Phone, 1/2012, Frank Erdle, S. 72-73

Die Aufholjagd hat begonnen: Die Analystin Carolina Milanesi von Gartner glaubt, dass Windows Phone bis zum Jahr 2015 an Apple iOS vorbeiziehen kann, wenn sich die Partnerschaft mit Nokia positiv entwickelt. Für durchschlagenden Erfolg sind neben ausgereifter Hardware aber auch interessante Apps nötig, wie sie etwa René Schulte entwickelt. Der Informatiker hat bereits sieben der kleinen Programme für Windows Phone entworfen, darunter die Bildbearbeitung Pictures Lab, Funny Faces zum Verulken von Gesichtern und einen sogenannten Cloud Recorder für Tonaufnahmen. Wie lange er durchschnittlich an einer Anwendung arbeitet, kann Schulte kaum sagen: „Für Apps wie Pictures Lab sind hunderte Stunden nötig, für andere weniger als zehn.“ Der 30-Jährige hofft, dass er in einem Jahr von einer freien Tätigkeit als Entwickler leben kann: „Die komplette Community setzt jetzt große Hoffnungen auf Nokia.“

Zu den WinPhone-Unterstützern der ersten Stunde gehört auch Philipp Bauknecht, 29, Geschäftsführer bei medialesson. „Wir haben einige der beliebtesten deutschen Apps im Marketplace entwickelt“, sagt er. Namen möchte er nicht nennen und demonstriert lieber seine App für ein Gourmetlokal im Schwarzwald. „Auf dieser neuen Plattform gibt es fast zu allen Themen noch unbesetzte Claims. Das macht sie für uns so spannend!“


Die Nutzer wollen Niveau
Dass nicht jede App mit einer prominenten Marke ein Erfolg werden muss, weiß Jochen Block, Head of Innovation bei der Hamburger Agentur Cellular. „Die Nutzer haben hohe Ansprüche an Qualität und Mehrwert.“ Großes Potenzial sieht Block, dessen Firma die Apps für TV Spielfilm und Galileo konzipiert hat, bei Payment-Anwendungen, „die mittels NFC und QR-Code das schnelle, unkomplizierte Bezahlen ermöglichen“. Mobile-Banking-Apps sind im Marketplace bereits zu finden, etwa die beliebte S-Banking-App der Sparkassen, die Kai Koops mitentwickelt hat. „Mango war ein großer Schritt“, findet der 43-Jährige. „Das Betriebssystem bietet ein einzigartiges Design und klare Strukturen. Das kommt sehr gut an.“

Ähnlich denkt Thomas Dörr, der Mann hinter dem Brutto-Netto-Rechner und der Zeiterfassungs-App von Lexware: „Mit Mango ist Windows Phone stark gewachsen, beispielsweise durch die integrierte Datenbank.“ Wachsen mit Windows Phone will auch Frank Luttmann, Student der Digitalen Medien in Bremen. „Ich halte WinPhone  für eines der vielversprechendsten mobilen Betriebssysteme. Außerdem sehe ich bessere Erfolgschancen in einem relativ neuen Application-Store als in einem, in dem es so gut wie  jede App schon in 50 Versionen gibt!“

Gut zu wissen: Studenten können sich bei Microsoft kostenlos als Entwickler registrieren.


Philipp Bauknecht
Der 29-Jährige ist Geschäftsführer und Gründer der medialesson GmbH und hat einige beliebte Apps im Marketplace entwickelt. Sein Steckenpferd ist die App für ein Gourmetrestaurant. [...]


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Cover connect Mobile 1/2012